Claire Léost: Der Sommer, in dem alles begann

Die Bretagne ist eigentlich eher für berühmte Krimis wie die von Kommissar Dupin und anderen bekannt.
Doch es gibt auch interessante Romane aus dieser Region zu entdecken und das hier ist so einer.
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen und es geht um einen Sommer, in dem sich die Schicksale der drei Frauen kreuzen und das sorgt dafür, dass ein kleines bretonisches Dorf in helle Aufruhr versetzt wird.

Odette: Sie ist Dorfladenbesitzerin und Witwe. In den 1940er Jahren hat sie als Hausmädchen gearbeitet. Eines folgenschweren Tages wurde Odette von ihrem Arbeitgeber brutal vergewaltigt. Sie wurde schwanger und aufgrund des Aufruhrs, den diese Schwangerschaft zur Folge hatte, bekam sie zwar das Kind, man nahm es ihr aber weg und sagte ihr, es krank gewesen und gestorben. Tief im Herzen weiß Odette aber, dass das nicht stimmt. Sie wurde damals mittellos nach Paris geschickt und bis heute weiß sie nicht, was mit dem Kind passiert ist. Gibt es vielleicht in einem kleinen Dorf in der Bretagne eine Spur?

Marguerite: Sie ist Französischlehrerin und glücklich mit Raymond verheiratet. Aufgrund eines interessanten Jobangebots entscheiden sich die beiden, von Paris in die Bretagne zu ziehen. Marguerite geht glücklich ihrem Job als Lehrerin nach, sucht aber zugleich fieberhaft nach Spuren ihrer Mutter, die sie nie kennenlernen konnte. Sie soll aus eben dieser Gegend stammen. Bei Raymond sieht es beruflich nicht so gut aus, er ist Schriftsteller und leidet unter einer Schreibblockade. Wie kann er aus dieser Blockade wieder rauskommen?
Da tauchen zwei Menschen auf, die das Leben von Marguerite und Raymond komplett auf den Kopf stellen sollen.

Hélène: Sie ist sechzehn und lebt in einem kleinen Dorf. Die raue Landschaft und ihr Freund Yannick sorgen dafür, dass sie das Leben in diesem Dorf liebt und genießt.
Doch die Ankunft einer Frau namens Marguerite und ihres Mannes Raymond sorgt dafür, dass ihr Leben komplett durcheinandergewirbelt wird. Sie fühlt sich immer mehr von Raymond und seiner Welt angezogen und auch Yannick kann der Anziehung Marguerites nicht widerstehen. Er lässt sich auf eine Affäre mit ihr ein.

Eine geheimnisvolle Familiensaga, in deren Mittelpunkt diese 5 Personen stehen, die auf die eine oder andere Weise miteinander verwoben sind und an deren Ende ein großes Drama steht.
Eine spannende und lesenswerte Geschichte von mir empfohlen.

Mathijs Deen: Der Retter

Im 3. Fall des Kommissars Liewe Cupido geht es um eine Geschichte aus den 1990er-Jahren.

Niederländische Urlauber stoßen an der Küste Northumberlands auf die Überreste einer Leiche. Liewe Cupido und sein Begleiter Xander Rimbach nehmen sich dieses Falles an.

Bei den Überresten der Leiche wurde auch eine alte Schwimmweste gefunden. Diese Spur führt zu einem Unglück, das 21 Jahre zurück liegt. Damals sank der Seeschlepper Pollux nördlich von der Düneninsel Rottumerplaat. Die Seenotretter von Ameland und Norderney, die bei dem Unglück halfen, konnten alle gerettet werden. Bis auf einen: den Kapitän selbst.

Als die Untersuchung des Skeletts zweifelsfrei ergibt, dass es sich um den damals verunglückten Kapitän der Pollux handelt, machen sich Liewe und Xander daran, Angehörige des Kapitäns zu finden. Es gibt noch eine Tochter und die Ex-Frau.
Sie verhalten sich allerdings ziemlich merkwürdig. Könnte es da einen Zusammenhang geben?
Oder muss man doch im Umfeld der Seenotrettermannschaft die Hintergründe für die nicht erfolgte Rettung suchen?
Vielleicht waren es aber auch einfach unglückliche Umstände, die zum Tod des Kapitäns beigetragen haben. Aus den damaligen Rettern etwas herauszubekommen ist sehr schwierig, denn sie sind, soweit sie noch am Leben sind, alt, schweigsam und ein wenig wunderlich. Bei ihnen gilt das Motto: „Was an Bord passiert, bleibt an Bord“.

Xander Rimbach ahnt noch nicht, dass auch er Opfer in dieser Geschichte werden wird. Während der Ermittlungen wird ihn eine Vergiftung für 1-2 Tage außer Gefecht setzen.

Und für Liewe kommen diese Ermittlungen eigentlich zur Unzeit, weil er mit seiner eigenen Vergangenheit beschäftigt ist: dem Verschwinden seines Vaters auf hoher See.
Trotzdem muss er erneut seinen friesischen Spürsinn unter Beweis stellen. Gelingt es ihm, Licht ins Dunkle zu bringen und diese alte Geschichte aufzuklären?

Autor Mathijs Deen ist es wieder einmal perfekt gelungen die Unbill der rauen See und der ebenso rauen Männer gut darzustellen und ich mag seine kriminellen Geschichten von der See an der deutsch-niederländischen Grenze. Ich freue mich schon auf das nächste Buch dieses genialen Autors.

Benjamin Koppel: Annas Lied

Wir sind in Kopenhagen, Anfang der 1930er Jahre. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie Koppelman. Mutter Bruche, Vater Yitzhak und die 4 Kinder. Hannah ist das jüngste der 4 Geschwister.

In einer jüdischen Familie ist es Tradition, dass die Kinder mit einem anderen Menschen jüdischer Herkunft verheiratet werden, um Nachkommen für die Familie zu sichern.
Doch bei keinem aus der Familie Koppelman ist das bisher gelungen.
Drei der vier Kinder haben sich in eine Einheimische verliebt und die Mutter in völlige Verzweiflung gestürzt. Jetzt hängt es an der Jüngsten, Hannah, die Ehre der Familie zu retten und jemanden zu heiraten, der im Sinne der Familie ist.

Hannah hat aber eigentlich andere Pläne. Sie spielt leidenschaftlich gern Klavier und möchte eines Tages Musikerin werden.
Als die Familie ihr den Plan unterbreitet, dass sie Francoise, einen Juden aus Frankreich heiraten soll, ist sie mit der Situation überfordert. Und erschwerend kommt dazu, dass sie jemanden kennengelernt hat, den sie eigentlich interessanter findet.
Er heißt Aksel und ist ein leidenschaftlicher Typ, der Zustände anprangert und für Gerechtigkeit kämpft und das auf radikale Art und Weise.

Dann bricht der zweite Weltkrieg aus und die braune Welle schwappt auch auf Dänemark über. Die Nazis kommen auch dort an die Macht.
Die Familie Koppelman muss alles Hab und Gut dort lassen und versuchen, wegzukommen. Nach einer langen, beschwerlichen und auch verlustreichen Flucht, gelingt es der Familie Koppelman den Krieg zu überleben.

Nach dem nerven- und kräftezehrenden Krieg möchte Hannah sich wieder ihrer großen Leidenschaft, der Musik widmen, doch da war ja noch was: die Heirat mit Francoise. Nach einem langen Hin- und Her und trotz der Gefühle für Aksel, den sie aber schon seit Beginn des Krieges nicht mehr wiedergesehen hat, entschließt sie sich, der Heirat zuzustimmen.
Ist sie in der Lage die Pflichten des Lebens, die nun einmal für sie bestimmt sind, anzunehmen und trotzdem an ihren eigenen Träumen von der Musik und vielleicht von einer glücklichen Liebe mit Aksel in ferner Zukunft festzuhalten?

Eine große europäisch-jüdische Familiensaga und eine weltumspannende Geschichte über Liebe, Hoffnung und die heilende Kraft der Musik, die sehr ans Herz geht und mich tief berührt hat.

Thommie Bayer: Einer fehlt

Im neuen Roman von Thommie Bayer geht es um die Freundschaft von drei Männern: Georg, Paul und Schubert.
Sie lernen sich in der Zeit der wilden 1970er-Jahre auf einer Italien-Reise kennen und werden engste Freunde.
Im Laufe dieser Freundschaft taucht die hübsche Carolin auf. Sie wirbelt die Freundschaft immer wieder durcheinander, da sich alle in sie verlieben und jeder zeitweise mit ihr zusammen waren.
Einer der drei Freunde, Schubert, hat sie am Ende sogar geheiratet. Schubert ist eine geniale Figur, aber auch der unsteteste unter den dreien.
Während Paul ohne Partnerin unterwegs ist, hat Georg sich für Malin entschieden und sie auch geheiratet. Georg hingegen ist sehr introvertiert, konzentriert und wirkt immer ein wenig entrückt von der Welt.
Als Georgs Frau stirbt und er aus Wien verschwindet, machen sich Schubert und Paul gemeinsam auf die Suche nach ihm. Und dafür reisen sie wieder nach Italien und blicken auf die vergangene Zeit zurück.

Thommie Bayer kann Geschichten erzählen.
Sie lassen sich leicht lesen, sind immer amüsant und unterhaltsam, regen aber ebenso zum Nachdenken an und das gefällt mir einfach total gut an den Büchern dieses Autors.

Eine absolute Leseempfehlung für ein wunderbares Buch.

Stephan Schäfer: 25 letzte Sommer

Das Leben des Ich-Erzählers ist geprägt von Hektik und Unruhe. Jeder Tag ist wie eine To-Do-Liste, die er abarbeitet, um sein Tagwerk zu vollbringen.
Das ändert sich, als er Karl kennenlernt.
Der lebt mit seiner Frau in einem Bauernhaus, sortiert Tag für Tag Kartoffeln und ist ein nachdenklicher, aber positiv eingestellter Mensch. Im Laufe der nächsten zwei Tage wird das Leben der beiden komplett auf den Kopf gestellt und sie fangen an, über die großen Fragen des Lebens nachzudenken. Warum sind wir so auf die Arbeit fixiert, anstatt uns mit den Menschen und Dingen zu beschäftigen, die uns am Herzen liegen?
Wie schaffen wir es, unsere eigenen Träume zu verwirklichen und warum fängt das richtige Leben erst dann an, wenn man erkennt, dass man eben nur einmal lebt?
Ein lebenskluges, tröstendes und liebevolles Buch, das ich jedem in die Hand drücken würde, der gerade eine sanfte und liebevolle Umarmung braucht.

Paolo Riva: Steinerne Schuld

Im 3. Fall des Commissario Luca hat er mit gleich drei Hindernissen zu tun.

Zum einen gibt es einen persönlichen "Fall". Seit ein paar Monaten führt er eine Liebesbeziehung mit Chiara, einer hoch angesehenen Ärztin. Er möchte dies allerdings noch geheim halten, da er sich nicht sicher ist, ob das für seine Tochter in Ordnung ist. Nach dem Tod seiner Frau, die bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, ist seine Beziehung zu Chiara seine erste glückliche Liebe und nun soll alles in guten Bahnen laufen.

Des weiteren hat er als Commissario folgenden Fall zu lösen:
Mauro ist als Bauarbeiter in den Steinbrüchen von Carrara aktiv.
Dort wird der edelste Marmor der Welt abgebaut.
Bei einem routinemäßigen Einsatz versagen die Bremsen des LKW und Mauro stirbt. Es stellt sich die Frage wer für diese Tat verantwortlich ist. Da das Opfer der Vater einer Klassenkameradin seiner eigenen Tochter ist, nimmt sich Luca dieses Falls an. Zur Seite steht ihm die Vizepolizeidirektorin von Florenz: Aurora Mair. Im Laufe der Ermittlungen gerät eine radikale Gruppe ins Visier der beiden. Immer wieder gab es Streitigkeiten zwischen den Mitarbeitern des Steinbruchs und der Gruppe, weil der Abbau von Marmor nicht klimafreundlich ist und die Zukunft des Standortes möglicherweise in Gefahr gerät.
Als noch weitere Opfer zu beklagen sind, ahnen Aurora und Luca noch nicht, dass die Zusammenhänge komplizierter und verzwickter sind als ursprünglich angenommen.

Und nun kommt das dritte Hindernis ins Spiel, das wieder privater Natur ist: Aurora und Luca hatten einst eine kurze Liaison. Keimen bei der aktuellen Zusammenarbeit nun möglicherweise wieder Gefühle zwischen beiden auf? Und was ist dann mit der Beziehung zu Chiara?
Das toskanische Städtchen Montegiardino steht im Mittelpunkt dieses sommerlich leichten Krimis.

Constanze Neumann: Das Jahr ohne Sommer

Die Ich-Erzählerin ist noch klein, als ihre Eltern die Flucht aus der DDR unternehmen. Diese misslingt und so verbringt die Kleine zwei Jahre ihres bisher kurzen Lebens bei ihrer Oma in Leipzig. Die Eltern werden aus dem Gefängnis freigekauft und dürfen ausreisen. Das Kind wird kurz darauf nachgeholt. Es beginnt ein neues Leben, tief im Westen, zwischen Euphorie, Freiheitsgefühl, Fremdheit und Sehnsucht. Getrennt von der geliebten Leipziger Oma, mit einer an Leib und Seele erkrankten Mutter und einem Vater, der laut und kraftvoll durchs Leben schreitet, versucht das Kind im fremden Rheinland Fuß zu fassen. Doch die Vergangenheit lässt die Familie nicht los und legt sich wie ein eiserner Vorhang um die Herzen.

Dieses Buch hat zwar nur knapp 200 Seiten, aber die Geschichte ist so prägnant und einfühlsam erzählt, dass sie sich tief in die Seele des Lesers eingräbt. Eine eindrucksvolle und auf den Punkt gebrachte Ost-West-Geschichte, die für so viele in unserer Gesellschaft steht. Für die heutige Generation ist es wichtig, daraus zu lernen, dass immer noch, auch nach 34 Jahren Wiedervereinigung, Gräben zwischen Ost und West vorhanden sind. Die Hoffnung besteht, dass künftige Generationen unbeschwerter damit aufwachsen können und dass Ost und West nur unterschiedliche Himmelsrichtungen sind.

Thomas Zwerina: Eine Fingerkuppe Freiheit

Historischer Roman - Aus dem Leben des Louis Braille
Louis Braille ist der Erfinder der Blindenschrift, die auch seinen Namen trägt.
Seine Kindheit verlebt er in Choupvray, einer kleinen Gemeinde im Norden Frankreichs. Als Louis 7 Jahre alt ist, geschieht ein folgenschwerer Unfall. Er verliert Stück für Stück sein Augenlicht und muss dann komplett erblindet in seinem Leben weiter bestehen.
In der Schule fällt es ihm außerordentlich schwer, mitzukommen.
Auffallen tut er hauptsächlich durch Schabernack und die kuriosen Situationen, in die er immer wieder gerät.
Daraufhin fällen die Eltern eine schwierige Entscheidung und schicken Louis auf eine Blindenschule in Paris. Dort freundet er sich mit zwei anderen Schülern an und verlebt eine glückliche Schulzeit. Im Laufe dieser Zeit bekommt er die Schrift eines gewissen Charles Barbier in die Hände und gerät ins Grübeln.
Charles hat versucht mit der sogenannten „Nachtschrift“ einen neuen Standard für die Blindenschrift zu setzen. Mit diesem Vorstoß scheitert er allerdings kläglich.
Das hält Louis jedoch nicht davon ab, weiter an dieser Schrift zu arbeiten weil er an ihren Erfolg glaubt. Es müssen nur Feinheiten verändert werden um sie für alle Blinden verständlich zu machen.
Er ahnt noch nicht, dass mit diesen feinen Veränderungen bahnbrechende Erfolge erzielt werden und diese Schrift für alle zukünftigen Generationen blinder Menschen gültig sein wird.

Eine wunderbare Geschichte, die stilistisch und sprachlich sehr gelungen ist.

Gabriel Garcia Marquez: Wir sehen uns im August

Eine Weltsensation!
Es gibt vom berühmten Autor von „Hundert Jahre Einsamkeit“ ein bisher unveröffentlichtes Werk.

In diesem Buch geht es um Ana Magdalena Bach. Sie geht auf die 50 zu und ist seit 27 Jahren glücklich verheiratet. Da ereilt sie ein schwerer Schicksalsschlag: Ihre Mutter stirbt. Beerdigt wird sie auf einer Karibikinsel.
Von da an fährt Ana jedes Jahr am 16. August zum Grab ihrer Mutter und legt einen frischen Gladiolenstrauß nieder.
Anschließend übernachtet sie in einem Touristenhotel, wo sie sich abends an der Bar allein ein Käse-Schinken-Toast gönnt.
So wiederholte sich das jahrelang.
Doch diesmal kommt es anders.
Ein Fremder spricht sie an und lädt sie zu einem Drink ein. Es entspricht weder ihrer Herkunft und Erziehung noch ihrer Vorstellung von ehelicher Treue, doch sie kann der Versuchung nicht widerstehen und nimmt den Unbekannten mit auf ihr Zimmer...
Diese Nacht verändert sie und ihr Leben.

Sie fährt fortan weiterhin jedes Jahr auf die Insel, aber diesmal nicht nur zum Grab ihrer Mutter…

Eine kleine Geschichte, in der man den unnachahmlichen Stil von Gabriel Garcia Marquez wiederfindet.
Mit seiner Sprache erzeugt er Bilder, die den Leser und die Leserin wirklich berühren. Obwohl es nur eine kurze Geschichte ist, hat sie mir sehr viel Freude gemacht und mir einen schönen Leseabend beschert.

Michael Köhlmeier: Das Philosophenschiff

Die Geschichte beginnt mit der 100. Geburtstagsfeier der Architektin Anouk Perelman-Jacob in Wien. Dort trifft sie auf den Autor des Romans, dem sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Anouk berichtet ihm von ihrer Kindheit und Jugend in der Sowjetunion, die sie als 14-Jährige während der Revolution in St. Petersburg erlebt hat.
Anouk stammt aus einer privilegierten Familie und hat ein schönes Zuhause aber die Umstände zu dieser Zeit sind sehr schwierig. Lenin und seine Regierung haben versucht, die Kontrolle über Russland zu erlangen. Die sowjetische Regierung ist gegen die Intellektuellen vorgegangen, um ihre Macht zu erhalten. Die Intellektuellen wurden unterdrückt und man beschloss, diese Leute auf ein Philosophenschiff zu setzen und ins Exil zu bringen.
Dieses Schicksal ereilt auch Anouk und ihre Eltern. Auf dem Schiff traf Anouk auf viele interessante Persönlichkeiten, unter anderem auf Lenin selbst, der diese Deportationen selbst angeordnet und begleitet hat.

Dieses Buch kann indirekt als eine Art Fortsetzung des Erfolgsromans „Zwei Herren am Strand“ betrachtet werden. Ein wunderbares Lesevergnügen mit vielen Hintergrundinformationen zur russischen/sowjetischen Geschichte der 1910er und 1920er-Jahre.

Ann-Helén Laestadius: Das Leuchten der Rentiere

Elsa ist Samin und lebt in einer Hirtenfamilie in Lappland.
Die Hirten sind sehr eng mit ihren Rentieren verbunden und so ist es ganz normal, dass Elsa ein eigenes Rentier halten darf.
Als sie 9 Jahre alt ist, passiert die große Tragödie: ihr Rentierkalb wird auf bestialische Art und Weise getötet und der Täter zwingt Elsa, die alles beobachtet hat, zu schweigen. Er droht ihr, dass sie ansonsten ihres Lebens nicht mehr froh werde.
Die Polizei schert sich nicht wirklich um diese und andere Tötungen von Rentieren und legt sie als Diebstahl schnell zu den Akten.
Dieses dunkle Geheimnis trägt Elsa ihre ganze Kindheit hindurch mit sich herum, bis sie zu einer jungen Frau heranwächst.
Immer mehr hat sie das Gefühl, dass sie etwas gegen diese Umstände tun muss. So macht sie die Details einer solchen Tötung öffentlich, erntet dafür aber viel Kritik und Gegenwind. Einerseits natürlich von den Tätern, die an solchen Tötungen Geld verdienen aber andererseits auch von Teilen ihrer Familie und ihrem Umfeld. Denn es herrscht große Angst, dass das öffentliche Anprangern der Tötungen den Konflikt zwischen Samen und Nicht-Samen verschärft.
Menschen und vor allem Kinder samischer Herkunft leiden ganz besonders unter diesem Konflikt. Trotzdem lässt Elsa sich nicht beirren und bleibt hartnäckig. Sie möchte Gerechtigkeit für die Rentiere!
Wird sie es schaffen, dass dem Schutz der Rentiere endlich ein größerer Stellenwert beigemessen wird?

Mein erstes großes Highlight 2024, weil die Geschichte so eine besondere Atmosphäre schafft, der man sich nicht entziehen kann.
Dazu lernt man die samische Kultur kennen, die hierzulande eher unbekannt ist.
Ein trotz des ernsten Themas wunderschönes und spannendes Buch.

Thomas Sparr: Ich will fortleben, auch nach meinem Tod - Die Biografie des Tagebuchs der Anne Frank

Hier wird die Entstehungsgeschichte des Tagebuchs der Anne Frank erzählt. Angefangen damit, wie es überhaupt zustande kam über die Veröffentlichung des Tagebuchs dank ihres Vaters Otto Frank bis hin zu der Entwicklung der gigantischen Erfolgsgeschichte des Buches. Hierzu gehören die Buchveröffentlichungen in verschiedenen Versionen und unzähligen Sprachen, die Aufführungen der Theaterstücke und die Verfilmungen weltweit.

Doch diese Erfolgsgeschichte hatte immer wieder große Stolpersteine. Es gab nicht wenige, die den Vorwurf machten, dass das Tagebuch gefälscht sei. Das ging so weit, dass es immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen gab und sogar eine Prüfung bezüglich der Echtheit des Tagebuches vorgenommen wurde.

Aus heutiger Sicht ist das schier unvorstellbar.

Ein besonderes Buch, das noch einmal unterstreicht, wie wichtig das Tagebuch der Anne Frank auch heute noch ist.

Hubertus Borck: Die Strafe

Im dritten Teil der Hamburger Krimi-Reihe mit den Ermittlern Franka Erdmann und Alpay Eloglu kommt eine Frau durch einen Brand im Müllkeller eines Hochhauses ums Leben. Kurz vor ihrem qualvollen Tod entdeckt sie eine Botschaft in leuchtender Schrift an der Decke. Sie lautet: „Ich sehe, was du tust“.
Kaum hat sich das Ermittler-Duo an die Arbeit begeben, gibt es schon ein zweites Brandopfer. Ein erfolgreicher Rechtsanwalt verbrennt auf der Reeperbahn, eingesperrt in einem Käfig. Auch da gibt es wieder eine Nachricht, die dieses Mal, und wieder in der gleichen leuchtenden Schrift, „Du Sau“ lautet. Es zeichnet sich ab, dass die Taten miteinander im Zusammenhang stehen. Und es ergibt sich eine erste Spur: Eine Umweltgruppe, die sich „Artikel 1“ nennt, arbeitete bei ihren Taten (unter anderem Eierwürfe auf Kunstgemälde) mit genau der gleichen Leuchtfarbe, die bei den Botschaften anwendet wurden. Findet sich in dieser Gruppe auch der Täter oder die Täterin?
Was die beiden Ermittler noch nicht ahnen: In einem tragischen Ereignis liegt der Ursprung dieser Brandtötungen.

Ein spannender Thriller, der aufgrund seiner Thematik sehr gut in die heutige Zeit passt.

Tobias Lehmkuhl: Der doppelte Erich

Im Mittelpunkt steht Erich Kästner und sein Werdegang im Dritten Reich. Er war gefeierter Autor, bevor 1933 Hitler und die Nationalsozialisten an die Macht kamen.
Und damit brachen schwere Zeiten für Erich Kästner an.
Seine Bücher wurden wie die vieler anderer Autorinnen und Autoren verbrannt. Doch es gelingt ihm im Laufe der Jahre mit Unterstützung und unter Pseudonymen zu veröffentlichen.
Er übernahm Auftragsarbeiten, unter anderem für die Ufa, die später von Goebbels instrumentalisiert wurde. Hierzu werden spannende Fragen im Buch aufgeworfen:
Inwieweit hat Kästner sich dem Dritten Reich angepasst? Wo bekannte er Farbe? Wie sehr hat er mit dem Feuer gespielt?

Ein spannendes Kapitel über Erich Kästner wird aufgeschlagen, in dem man ihn noch einmal neu und anders kennenlernt.

Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Sylvain Tesson: Weiß

Der Autor macht sich in Begleitung des Bergführers Daniel du Lac auf den Weg, die Alpenüberquerung durchzuführen. Von Frankreich nach Italien, über die Schweiz, dann durch Österreich und wieder zurück nach Frankreich.
Diese Reise dauerte mit Unterbrechungen insgesamt vier Jahre, von 2017 bis 2020.
Das besondere ist, dass die Männer eine weitgehend unbekannte Route in Angriff genommen haben.
Sie legten insgesamt 1.600 Kilometer in Eis und Schnee zurück und bewältigen über 60.000 Höhenmeter.
Jeder Tag war für Sylvain Tesson eine Grenzerfahrung zwischen dem Kampf geben die Kälte und Müdigkeit und dem Quell einer befreienden inneren Erfahrung inmitten der Alpen.
Ein Erlebnis, dessen wilde winterliche Einheit und Kraft im Weiß kaum zu erfassen ist.
Eine besondere Lesereise mit den besten Empfehlungen.

Laura Baldini: Aspergers Schüler

Diese besondere Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven in verschiedenen Zeitzonen erzählt.

Erich: Ein 8-jähriger Junge kommt 1926 in eine Einrichtung, in der ein gewisser Dr. Hans Asperger hospitiert.
Erich sieht die Welt nicht wie andere Kinder. Er kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen aber es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu zeigen. Nach schrecklichen Jahren in einer Pflegefamilie wird er in der Einrichtung ganz anders behandelt. Dort nimmt man seine Verhaltensweisen wahr, erachtet ihn aber nicht gleich als "bescheuert", krank oder sein Leben als "nicht lebenswert". Und das liegt maßgeblich an Herrn Dr. Asperger und an Viktorine, einer der Assistentinnen, die im Laufe der Zeit eine besondere Bindung zu dem Jungen aufbaut.
Doch die Zeiten ändern sich: In Deutschland kommen die Nationalsozialisten an die Macht, 1938 wird Österreich an das Nachbarland angeschlossen und Kinder wie Erich werden innerhalb kürzester Zeit aus der Einrichtung, in der Dr. Asperger hospitiert, in die Anstalt „Am Spiegelgrund“ versetzt. Was die Kinder dort erleben müssen, lässt den Leser erschauern. Kann es für Erich ein Happy End geben? Schwer vorstellbar, oder...?

Sarah: Die junge Frau lebt 1986 in Wien und ist Studentin.
Sie beschäftigt sich mit Dr. Hans Asperger und seiner Geschichte. Was sie zu Beginn noch nicht ahnt, ist, dass Dr. Asperger nicht der war, für den Sarah ihn hielt. Ein menschlicher Arzt, der sich mit Kindern auseinandersetzte, die besondere Verhaltensweisen hatten. Sie ging immer davon aus, dass er keine "braunen Flecken" auf seiner Weste hatte. Doch als sie auf Unterlagen stößt, die zeigen, dass auch er Einweisungen in die Anstalt „Am Spiegelgrund“ mit unterzeichnete und so Kinder in den sicheren Tod schickte, wird ihr klar, dass sie einem schweren Irrtum aufgesessen ist.
Und nicht nur in diesem Punkt liegt sie falsch. Auch beim Thema Liebe scheint sie eine Fehleinschätzung getroffen zu haben. Sie hat eine Liasion mit einem verheirateten Mann und nimmt sich eine Auszeit, um sich über ihre Gefühle klar zu werden. In dieser Zeit lernt Sarah ihren Kommilitonen Stefan kennen und verliebt sich in ihn.
Er unterstützt sie bei der Spurensuche zu Dr. Asperger.
Wird sie Klarheit in ihr Wechselbad aus unterschiedlichen Gefühlen bringen? Und sich für den richtigen Mann entscheiden?

Dieses Buch ist meine persönlichste Buchempfehlung.
Das liegt daran, dass ich selbst mit dem Asperger-Syndrom lebe und mich deshalb sehr gut in die Figur des Erich hineinversetzen konnte. Einige Verhaltensweisen, die er zeigte, habe ich in meiner Kindheit selbst erlebt. Aber nicht allein deswegen empfehle ich das Buch wärmstens. Ich finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist, einen Eindruck zu diesem wichtigen Thema zu vermitteln. Vielen Dank Beate Maly alias Laura Baldini.

Ben Aitken: The Marmalade Diaries

In diesem Roman erzählt Ben Aitken die besondere und wahre Geschichte seiner Freundschaft zu Winnie, einer 85-jährigen alten Dame.
Wir schreiben das Jahr 2020. Ben Aitken ist Autor und Journalist und reist für seine Reportagen um die ganze Welt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Corona ist ausgebrochen. Zur Zeit hält er sich in London auf und merkt, dass er von dort nicht mehr wegkommt. Wo jetzt unterkommen, das ist die große Frage?

Ben antwortet auf eine Anzeige, mit der ein Mitbewohner und eine helfenden Hand für die betagte Dame gesucht wird und zieht bei ihr ein. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt ist, dass er coronabedingt eine ganze Weile dort wird bleiben müssen. Nach anfänglichen Problemen mit teilweise sehr skurrilen und schrägen Alltagssituationen, entwickelt sich zwischen dem ungleichen Paar eine ganz besondere Freundschaft.
Immer mit dabei ist ein besonderes kulinarisches
Element: Winnies selbstgemachte Orangenmarmelade...
Die genüssliche Leseempfehlung eines charmanten Buches.

Katrine Engberg: Glutspur

In diesem Auftakt einer neuen Krimireihe geht es um drei unterschiedliche Todesfälle.
Liv Jensen ist Privatermittlerin und soll sich um den ersten Fall kümmern. Ein Journalist wurde vor drei Jahren ermordet aufgefunden und bis heute gibt es keine richtige Spur, die zum Täter führt. Sie nimmt sich des Falles an und kommt bei den Ermittlungen überraschend zügig voran.
Parallel dazu wird eine Frau im Wald tot aufgefunden.
Es steht die Frage im Raum, ob diese Fälle möglicherweise miteinander zusammenhängen. Im Laufe der Ermittlungen lernt Liv Jensen Hannah Leon kennen. Sie ist Krisenpsychologin, hat selbst einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ist deswegen beurlaubt. Dieser Schicksalsschlag ist ein wichtiger Baustein bei der Suche des Täters. Im Lauf der Geschichte taucht noch eine neue Person auf: Nima Ansari. Er ist iranischer Automechaniker und gerät im Mordfall der Frau unter Verdacht. Im Laufe der Ermittlungen dringt Liv immer weiter in die Vergangenheit vor und in ein dunkles Kapitel der dänischen Geschichte. Irgendjemand versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Ein spannendes, intelligent umgesetztes Buch, das mein persönliches Highlight unter den diesjährigen Krimis ist.

Amir Gudarzi: Das Ende ist nah

Amir Gudarzi erzählt in diesem autobiografischen Roman seine Fluchtgeschichte. Im Jahr 2009 ist der gebürtige Iraner aufgrund der Proteste gezwungen, seine Heimat zu verlassen und flüchtet nach Wien.
Dort angekommen muss er erfahren, wie die Behörden vor Ort mit Menschen wie ihm umgehen. Er wird von einem Lager bzw. Wohnheim zum nächsten geschickt und spürt die sowohl heimliche als auch offene Verachtung der österreichischen Gesellschaft.
Und nicht nur das. Er leidet Hunger, erträgt schlimme Demütigungen und schlägt sich mit wenig Geld und einer nicht vorhandenen Perspektive als Flüchtling im Exil durch.
Er lebt mit der Ungewissheit, ob er in Österreich bleiben kann oder wieder abgeschoben wird.
Da lernt er eine junge Frau namens Sarah kennen. Sie ist Studentin und interessiert sich für die Proteste im Iran.
Sarah verliebt sich in ihn und Amir ist für sie sowohl Studienobjekt als auch Halt zugleich und das obwohl Amir selbst diesen Halt bräuchte. Er weiß deshalb nicht, wie er mit Sarah und der Gesamtsituation umgehen soll.

Eine berührende Geschichte, die uns vor Augen führt, wie wichtig Menschlichkeit ist und ein, wie ich finde, sehr wichtiges Buch.

Ellie Midwood: Die Violinistin von Auschwitz

Dies ist die Geschichte von Alma Rosé, einer berühmten österreichischen Violinistin.
Ihr wurde die Leidenschaft zur Musik schon in die Wiege gelegt.
Ihr Vater war über 50 Jahre lang “Erster Konzertmeister“ der Wiener Hofoper sowie Leiter der Wiener Philharmoniker und führte das berühmte Rosé-Quartett an. Zu der berühmten musikalischen Familie gehörten außerdem der Komponist Gustav Mahler (ihr Onkel) und ihre Patentante Alma Mahler-Werfel. Sie selbst wurde als Violinistin sehr erfolgreich und gründete unter anderem ein berühmtes Damenorchester.

Wie aber wurde sie zur Violinistin von Auschwitz? Nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland musste Alma über die Niederlande nach Frankreich fliehen. Als Frankreich dann ebenfalls unter deutsche Kontrolle gekommen war, wurde sie im Dezember 1942 verhaftet, zunächst im Sammellager Drancy interniert und am 18. Juli 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht.

Dort sah sie jeden Tag den unmenschlichen und schrecklichen Alltag der Menschen, die nach Auschwitz deportiert worden waren, denen schlimmste Dinge angetan wurden und die den Quälereien der SS-Schergen schonungslos ausgeliefert waren - bis hin zum Tod.
Trotz all dieser schrecklichen Erlebnisse gelingt Alma Rosé etwas, das, aus heutiger Sicht betrachtet, völlig unvorstellbar gewesen sein muss: Ihr ist es tatsächlich gelungen, an diesem Ort des Schreckens, ein Orchester zu gründen und zu leiten.

Das Buch erzählt die Geschichte dieser unglaublichen Frau.

Ich habe mich schon oft und intensiv mit dem Thema „Nationalsozialismus“ und „Auschwitz“ auseinandergesetzt und schon viel darüber gelesen. Und obwohl ich deswegen schon eine Menge erfahren habe, hat dieses Buch mich sehr schockiert und tief berührt! Ähnlich tiefe Gefühle hat das Buch "Denk nicht, wir bleiben hier" von Anja Tuckermann bei mir hinterlassen, das ich Im Jahr 2005 mit damals 14 Jahren in der Schule vorgestellt habe. Ein Buch, das immer in meinem Herzen bleiben wird und mit den Anstoß für meine Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und den Qualen in den Konzentrationslagern in dieser Zeit gab.

Gianrico Carofiglio: Groll

In diesem psychologisch raffinierten Krimi geht es um Penelope Speda. Sie war Stabhochspringerin und erfolgreiche Staatsanwältin. Doch rätselhafte Umstände führten dazu, dass sie ihre Karriere abrupt beenden musste. Seitdem ist sie von starken Schuldgefühlen geplagt und ertränkt den Schmerz in Alkohol, treibt viel Sport und ermittelt auf privaten Wegen.

Dann bekommt sie einen schier unlösbaren Fall auf den Schreibtisch, bei dem ein einflussreicher Chirurg und Universitätsprofessor unerwartet an einem Herzinfarkt stirbt. Alles deutet auf einen natürlichen Tod hin und die Leiche wird eingeäschert. Die Tochter des Verstorbenen glaubt jedoch an ein Verbrechen und ihretwegen versucht Penelope, die Hintergründe des Falles aufzuklären.

Was Penelope noch nicht ahnt: Dieser Fall wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontieren und es wird sehr schmerzhaft für sie, sich dieser stellen zu müssen. Wird es ihr dennoch gelingen, den Fall aufzuklären?

Ich verspreche Ihnen spannende Unterhaltung mit diesem Buch.

Andrej Kurkow: Samson und das gestohlene Herz

Der zweite Kriminal- und Historienroman spielt in den Jahren 1919 und 1920 in Kiew. Nachdem sich Samson von seinem letzten Fall erholt hat, ist er wieder gefordert. In dem neuen Fall geht es um illegalen Fleischverkauf. Er und sein Kollege Cholodnij beginnen, in dem Fall zu ermitteln. Ins Visier gerät Iwan Briskin: Er soll an verschiedene Personen illegal Fleisch verkauft haben.
Die Frage ist nun: Sind Briskin und seine Frau allein dafür verantwortlich oder gibt es weitere Drahtzieher und Beteiligte? Und sagt Briskin wirklich die ganze Wahrheit? Der Druck auf Samson und Cholodnij wächst denn Najden, der Chef der Miliz, möchte den Fall so schnell wie möglich abschließen.

In den ganzen Irrungen und Wirrungen rund um diesen Fall wird Samsons Freundin Nadjeschda, die er im ersten Buch kennen und lieben gelernt hat, von streikenden Eisenbahnern entführt. Nadjeschda sollte sie für eine Zählung überprüfen aber die Eisenbahner wollten dies nicht hinnehmen. Nur mit Mühe gelingt es Samson, Nadjeschda aus den Fängen der Eisenbahner zu befreien.
Diese Situation und der Verlauf der Ermittlungen rund um die illegalen Fleischverkäufe stellt Samson auf eine harte Probe und verändert seine Denkweise nachhaltig.

Diese Krimireihe von Andrej Kurkow gefällt mir so gut, weil sie eine schöne Mischung aus Kriminalliteratur und historischem Roman mit hohem Anspruch in sich vereint. Sie verdeutlicht, wie eng die Geschichte der Ukraine mit der Russlands verwoben ist, weshalb sie aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine durchaus als zeitgenössische Literatur zu benennen ist. Mit den besten Empfehlungen von mir.
Die Samson-Reihe:
„Samson und Nadjeschda“
9783257072075, 24 €
„Samson und das gestohlene Herz“
9783257072570, 24 €

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns

Am 22. August 1911 öffnete der Louvre in Paris seine Pforten. Doch es fehlt etwas ganz Wichtiges: die berühmte Mona Lisa von Leonardo da Vinci!

Sofort werden Maßnahmen eingeleitet, die zur Ergreifung des Diebes führen sollen: Straßen, Bahnhöfe und Häfen werden weiträumig abgesperrt, doch es ist zu spät. "La Joconde" bleibt verschwunden.

Juhel Lenoir soll versuchen das Bild zu finden und die Frage beantworten, wer hinter dem Diebstahl steckt. Dafür gibt es einige Kandidaten:
Zum einen ein anderer berühmter Maler, der Pablo Picasso hieß und nicht nur für seine Werke berühmt war, sondern auch für kleine Gaunereien im Louvre, aber ist er auch wirklich der Täter?

Vielleicht ist es Vincenzo, ein kleiner italienischer Gauner, der in den Tag hineinlebt und sich für keine Schandtat zu schade ist. Ist er vielleicht der Dieb?

Oder geht der Diebstahl auf das Konto einer radikalen Gruppe, zu der unter anderem auch Jelena gehört und die mehrere Anschläge zu verantworten hat? Sie wird von der Polizei gesucht. Aber hat sie auch das Bild?

Diese Fragen werden beantwortet und als Leser*in erlebt man viele Überraschungen.
Das Buch gehört zu meinen absolutes Highlights in diesem Herbst. Ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht und unglaublich detailliert alle Zusammenhänge schildert. Der Leser und die Leserin wird immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt und das Ende ist überraschend und genial.

Sanaka Hiragi: Die Erinnerungsfotografen

Herr Hirasaka betreibt ein außergewöhnliches Fotostudio.
Es kommen Menschen dahin, die auf der Schwelle zum Jenseits stehen und am Ende ihres Lebens einen ganz persönlichen Lebensfilm zusammenstellen wollen.
Das Besondere: Jeder Besucher bekommt die Chance, zu einem bestimmten Moment seiner Vergangenheit zu reisen und eines dieser Bilder aufzufrischen.
Wir haben eine Frau, deren Erinnerungen an das Nachkriegstokio verblasst sind. Ein Yakuza-Mitglied, das ermordet wurde und glaubt, dass es nichts anderes getan hat, als eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen und ein kleines Mädchen, das sich in einer ausweglosen Situation ohne Perspektive befindet. Hirasaka zeigt diesen Menschen, dass das Leben wunderschön ist. Man muss nur in den richtigen Situationen genau hinschauen.

Graham Norton: Der Schwimmer

Helen Beamish genießt ihren Ruhestand in einem schönen kleinen Haus an der irischen Küste. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht ihre nervige Schwester Margaret wäre, die vor 3 Jahren als Besuch auftauchte und seitdem nicht mehr gehen möchte. Vom Garten des Hauses aus hat man einen herrlichen Blick aufs Meer. Und da sieht Helen einen Mann, der ins Wasser steigt. Kurze Zeit später schläft sie in der Sonne ein und als sie aufwacht, ist der Mann spurlos verschwunden. Nur seine Kleidung liegt noch am Strand.
Helen ist sicher, dass dem Mann etwas zugestoßen sein muss. Eine Vermisstenanzeige wird aufgegeben und weil der Mann noch Monate später spurlos verschwunden ist, geht die Polizei davon aus, dass er tot ist. Doch bei einer Feier, zu der Helen eingeladen ist, taucht eine Person auf, die genau so aussieht wie der totgeglaubte Mann. Was ist wirklich passiert? Helen stellt Ermittlungen an und muss ihre neugierige Schwester davon abhalten, sich in alles einzumischen...

Ein kurzer und knackiger Roman mit Krimielementen.

Florian Wacker: Die Spur der Aale

Ein Fall für Greta Vogelsang

Als Staatsanwältin Greta Vogelsang während ihres Bereitschaftsdienstes zu einem Leichenfund gerufen wird, ahnt sie noch nicht, dass dieser Fall sie stärker in Anspruch nehmen wird, als geplant. Bei der Leiche handelt sich um den Zollfahnder Lars Mathissen und
die Polizei und Staatsanwältin Brandt gehen zunächst von einem Unfall aus. Doch Greta spürt, dass mehr dahinter steckt.
Lars kontaktierte sie in den Tagen vor seinem Tod immer wieder und bat sie, sich um eine bestimmte Sache zu kümmern. Mathissen war an einer Sache dran, die ihm möglicherweise zum Verhängnis wurde. Und bei dieser Sache spielten Aale eine zentrale Rolle.

Ein gut und spannend aufgezogener Krimi, der mich Stück für Stück in seinen Bann zog und dafür sorgte, dass ich nicht mehr aufhören konnte, zu lesen.

Mittsommertage

Ruth ist eine Frau, der es besser gerade nicht gehen könnte: Sie ist beruflich sehr erfolgreich und steht kurz vor der Berufung in den deutschen Ethikrat. Ihr Mann Ben ist erfolgreicher Architekt, erst vor Kurzem gewann einer seiner Entwürfe einen Architekturwettbewerb. Jenny, die Tochter, studiert Kommunikation in Leipzig und die Pandemie flaut so langsam ab.
Es könnte also alles schön sein, wenn es da nicht diese winzige Sache gäbe, die Ruth im Laufe dieser Tage, die das Buch beschreibt, schmerzlich einholt: eine Begebenheit, die 30 Jahre zurückliegt und bei der Ruth eine nicht unwesentliche Rolle spielte.

Sie ahnt nicht, dass der Hundebiss, der ihr zu Beginn der einen Woche, die das Buch beschreibt, passiert, noch ihr kleinstes Problem darstellt.

Eine spannende Geschichte, die zeigt, wie schnell man von einem in der Öffentlichkeit hoch angesehenen, erfolgreichen und glücklichen Menschen zu einer körperlich und seelisch angeschlagenen Person werden kann und welche enormen persönlichen Auswirkungen ein solcher Abstieg hat.

Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Manuela Sanne: Der frühe Vogel

Im vierten Fall der Krimireihe um das Paar Rosa und Sebastian Fink aus der Pension „Zum Jadebusen“, wird Heidrun Paulsen tot aufgefunden. Die Polizei geht zunächst von einem Unfall aus und reagiert sehr zurückhaltend auf die Aussage der Nichte von Heidrun Paulsen, Joline, ihrer Tante habe jemand nach dem Leben getrachtet.

Diese Zurückhaltung gerät ins Wanken, als bei den Untersuchungen Spuren von K.O-Tropfen nachgewiesen werden. Nun stellt sich die Frage, wer diese verabreicht hat.

Im Haus gibt es einen Nachbarn, der Augen und Ohren offen hielt und immer wieder mit der Nachbarschaft aneinandergeriet. Er schreckte auch nicht davor zurück, den Nachbarn einen Schrecken einzujagen, teilweise mit sehr außergewöhnlichen Mitteln. Aber reicht das als Motiv?

Zudem gibt es Ungereimtheiten in der Familie rund um Heidrun, denn sie hatte jahrelang eine Affäre mit dem Vater von Joline. Wurden hier vielleicht alte Wunden aufgerissen und musste Heidrun deshalb sterben?

Oder ist die Spur zum Täter darin zu finden, dass Heidrun schon länger engagiertes Foodsharing betrieb und jede Woche einen Tisch mit Lebensmitteln ausbreitete, die sie vor der Mülldeponie rettete und Kinder aus der Nachbarschaft gern zugriffen. Was für zwei der Kinder aus der Nachbarschaft nicht folgenlos für ihre Gesundheit blieb...

Die Polizei versucht, den vertrackten Fall zu lösen und kommt bei den Recherchen nicht richtig voran. Da kommt wieder einmal das Paar Rosa und Sebi Fink ins Spiel, das es trotz der Arbeit in ihrer Pension nicht lassen kann, (hauptsächlich Rosa), bei den Ermittlungen mitzumischen.

Dieser Wohfühlkrimi ist wieder ein Lesegenuss, nicht zuletzt wegen der herrlichen Nordseeatmosphäre. Dieser 4. Band in der Reihe ist absolut lesenswert und die perfekte Lektüre, nicht nur für die Sommermonate.

Die ersten drei Bände:

„Für die Katz“
9783492504485

„Aus der Puste“
9783492504493

„Des Pudels Kern“
9783492505666

Libby Page: Im Freibad

Rosemary ist eine ältere Dame, die ihr ganzes Leben in Brixton verbracht hat. Und sie nimmt die Veränderungen, die sich in diesem Ort auftun, wahr. Die Bücherei musste schließen. Der Gemüseladen existiert auch nicht mehr. Stattdessen ist da jetzt eine hippe Bar. Und jetzt soll auch noch das Freibad schließen, in dem Rosemary ihr ganzes Leben lang jeden Morgen geschwommen ist. Das muss verhindert werden, doch wie?

Kate ist aus London nach Brixton gezogen und fühlt sich sehr einsam. Sie berichtet für ihre Zeitung über das Freibad und das, obwohl sie sich nicht gerne im Badeanzug zeigt. Dabei lernt sie Rosemary kennen und sie werden beste Freundinnen. Gemeinsam versuchen sie, das Freibad zu retten. Wird es ihnen gelingen? Sie wünschen sich das sehr, da es mehr ist, als ein Ort ist zum Schwimmen. Es ist vielmehr das Herz der Nachbarschaft.

Ein liebevoller und bewegender Roman, der perfekt in die Sommerzeit passt und uns aufzeigt: „Wer sein Leben ändern will, muss auch mal außerhalb der vorgezeichneten Bahnen schwimmen.“

Anne Berest: Die Postkarte

In diesem autobiografischen Roman bekommt die Autorin im Januar 2003 eine Postkarte zugeschickt, mit nur 4 Namen versehen. Sie reagiert zunächst verstört auf die Postkarte, denn es steht kein Absender und keine Unterschrift darauf.

Als sie ihre Mutter fragt, was es mit den 4 Namen auf sich hat, erzählt diese ihr die Geschichte der 4 Personen, die Angehörige der Familie Rabinowicz waren. Sie wurden 1941 in Auschwitz ermordet. Trotzdem ist Anne noch sehr zurückhaltend, bis ihre kleine Tochter in der Schule Antisemitismus erfährt und sie sich entschließt, die Familiengeschichte der Rabinowcz nachzuforschen.
Dazu erhält sie Unterstützung von einem Privatdetektiv und einem Kriminologen. Daraus ist dieses großartige Buch entstanden, dass in meinen Augen absolut lesenswert ist und eine weitere wichtige Geschichte ist, die dazu beiträgt, das Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Volker Weidermann: Mann vom Meer

Thomas Mann und die Liebe seines Lebens

Woher kam diese Leidenschaft? Vielleicht daher, dass seine Mutter eine glückliche Kindheit erlebt hat - in einem großen, hellen Haus am Meer im brasilianischen Urwald. Mit 7 Jahren kommt sie nach Travemünde. Die Sehnsucht aber nach dem wundervollen Ort in Brasilien bleibt.

Thomas Mann wächst in Lübeck an der Ostsee auf, aber es zieht ihn in den Süden. Sobald er kann, geht es dorthin. Regelmäßig zieht es ihn nach Italien ans Mittelmeer. Er verliebt sich in junge Männer und erlebt spannende Abenteuer. Aufgrund der Konventionen geht er eine Ehe mit Katia ein und gründet mit ihr eine Familie.

Als sich Anfang der 1930er-Jahre die politischen Verhältnisse in Deutschland ändern, fällt er eine schwere Entscheidung. Obwohl Deutschland seine Heimat, seine Identität und seine Herkunft ist, geht er mit seiner Familie ins Exil.
Erst in die Schweiz und dann später in die USA nach Kalifornien. Dort wird Thomas Mann nochmal ein anderer Mensch. Er kämpft gegen Hitler, setzt sich für Demokratie und Freiheit ein, nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an und bleibt bis zu seinem Tod dort.

Danach wird das Vermächtnis von Thomas Mann fortgelebt von Elisabeth, seiner Lieblingstochter, die als Meeresforscherin in ihrer utopischen ozeanischen Politik weltweit Anerkennung findet.

Es ist die Geschichte eines deutschen Jahrhunderts. Die Biografie über Thomas Mann und seine Familie, vor allem über eine große Leidenschaft – das Meer.

R. C. Sherriff: Zwei Wochen am Meer

Die Familie Stevens, bestehend aus Mr. und Mrs. Stevens, Mary, Dick und Ernie macht sich auf, um wie die letzten 20 Jahre auch, die zwei Urlaubswochen in Bognor zu verbringen.
Bognor ist ein idyllischer Ort an der englischen Küste.
Auf den ersten Blick passiert in diesen zwei Wochen scheinbar nichts Außergewöhnliches. Die Familie verbringt die Tage am Strand, macht ihre alljährlichen Ausflüge an die bekannten Orte und genießt die Zeit dort. Allerdings gibt es immer wieder kleine Situationen, die diese zwei Wochen dennoch zu etwas Außergewöhnlichem machen. Gerade dies sorgt dafür, dass eine Spannung in der Luft liegt, die einen das ganze Buch über begleitet. Es lohnt sich, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Eine Wiederentdeckung aus dem Jahr 1931, die aber zeitlos ist und zudem ein Roman, der eine wunderbare Sommerlektüre darstellt.

Sommersturm von Julia Bruns

Im zweiten Fall vom Amalfi-Krimi mit dem Capitano und der Sekretärin Claretta Lepore wird ein Ehepaar in einem Hotel erschossen aufgefunden. Bei den Ermittlungen gerät ein Niederländer unter Verdacht, der mit diesem Ehepaar krumme Geschäfte gemacht haben soll und die dem Ehepaar möglicherweise zum Verhängnis geworden sind.
Doch die Geschichte zeigt, dass nichts so ist wie es scheint. Es kommt heraus, dass es ein wichtiges Detail gibt, was die Ermittlungen in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Ein wunderbarer Krimispaß mit immer wieder schönen Anekdoten, die der tote Ehemann der Claretta im Geiste von sich gibt.
Perfekt für den Sommer, empfohlen von Alexander Schuster

Sharon Gosling: Lighthouse Bookshop

Wir befinden uns in einem kleinen Dorf in Schottland mitten auf dem Festland.
Dort steht eine wunderbare Attraktion und zwar ein Leuchtturm.
Und im Inneren dieses Leuchtturms befindet sich ein Antiquariat.
Hier, umgeben von vielen alten Büchern hat Rachel vor ein paar Jahren einen Neuanfang gewagt und auch Freunde gefunden. Die Tage verbringt sie mit Literatur, Kaffee und Shortbread.
Ihr Chef Cullen und sein Freund Ron spielen Schach und sie bekommt immer wieder mit, wie sich die Stammgäste Edie und Ezra, in die Haare kriegen und sie den Streit schlichten muss.

Diese kleine Gemeinschaft bekommt Zuwachs, als ein Mädchen namens Gilly auftaucht. Sie ist eine Ausreißerin auf der Suche nach Unterschlupf. Und dann ist da noch Toby. Ein ehemaliger Kriegsreporter, der in dem Antiquariat einen Ort zum Schreiben findet.
Als Cullen völlig unerwartet einen Herzinfarkt erleidet und im Krankenhaus stirbt stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Leuchtturm? Wie geht es für das Antiquariat und die kleine Gemeinschaft weiter? Und vor allem was hat es mit der Botschaft auf sich, die Cullen kurz vor dem Tod Rachel am Krankenbett zukommen ließ? Das Leben dieser Gemeinschaft wird nicht mehr so sein wie vorher.
Eine wunderbare Geschichte mit Liebe zur Literatur, zu den Menschen dort und mit einer spannenden Dramaturgie im Laufe des Buches. Dieses Buch wird von mir wärmstens empfohlen.

Titus Müller: Der letzte Auftrag

Im spannenden Finale der Trilogie um die Agentin Ria Nachtmann muss sie ein letztes Mal tätig werden.

Wir schreiben das Jahr 1989. Es steht das 40-jährige Jubiläum der DDR an und da wollten Honecker & Co. sich nur von der besten Seite zeigen. Doch dieser Schein bekam Risse, als eine Gruppierung zu Protesten aufrief.
In dieser Gruppierung waren unter anderem Michael und Annie. Sie ist die Tochter von Ria Nachtmann.
Diese Gruppierung hatte das Ziel Missstände vor allem im Bezug auf die zuletzt gelaufene Wahl in der DDR aufzudecken und gleichzeitig die Bevölkerung wachzurütteln. Und die Proteste zeigten Wirkung. Viele Leute sind auf die Straße gegangen und das rief die VoPo auf den Plan, die diese Aufstände mit Gewalt niederschlagen wollten. Diese Ereignisse dokumentierten Annie und Michael in einem Video und machten dieses öffentlich über die Tagesschau.
Was sie allerdings nicht ahnten: hinter diesem Dokument sind auch Leute von der KGB hinterher, unter anderem ein gewisser Vladimir Putin. Sie werden also sowohl von der DDR, als auch von der KGB gejagt. Und da ist dringend Hilfe nötig und diese kommt in Form von Ria Nachtmann. Wird es ihr gelingen die Tochter aus dieser misslichen Lage zu befreien?

Ingke Brodersen: Lebewohl, Martha

In diesem eindringlichen Buch erzählt die Autorin Geschichten von 24 Menschen, größtenteils jüdischer Herkunft, die Ende der 1930er bis Anfang 1940er-Jahre in der Berchtesgardener Straße 37 in Berlin wohnten.
Das Besondere daran ist, dass es das Haus ist, in dem Ingke Brodersen heute selbst lebt.
Sie beschreibt, wie den Menschen damals Stück für Stück die Rechte beschnitten wurden, sie Hab und Gut verloren und sie entweder in unterschiedliche Konzentrationslager deportiert wurden oder es ihnen rechtzeitig gelang, der Tyrannei zu entkommen. Doch auch nach dem Ende des Krieges hörten die Schikanen nicht auf: Die Überlebenden bzw. Hinterbliebenen der Opfer versuchten Entschädigungen zu bekommen.
Jahrelang sträubten sich die deutschen Behörden, da auch nach Ende des 2. Weltkriegs Altnazis und an den Verbrechen Beteiligte weiterbeschäftigt wurden.
Es dauerte sehr lange, bis es wirklich zu Entschädigungszahlungen kam. Die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit stand in Deutschland nicht auf der Tagesordnung. Auch das beschreibt Ingke Brodersen sehr eindrücklich.
Ein wichtiges Buch, das im Gedächtnis bleibt!

Mathijs Deen: Der Taucher

Im zweiten Fall um den Ermittler Liewe Cupido wird an einem lang verschollenen Wrack ein toter Taucher aufgefunden. Es handelt sich um Jan Matz und er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Allerdings war es um das Verhältnis der Familie nicht zum Besten bestellt.
Das Ehepaar befand sich in der Scheidungsphase und eines der beiden Kinder hat oft mit der Polizei zu tun.
Im Laufe der Ermittlungen stellt sich das Bild so dar: Jan Matz war ein leidenschaftlicher Taucher, der alte Wracks aufgesucht hat um Schätze zu finden, die er zu Geld machen konnte. In dem Wrack, an dem er tot aufgefunden wurde, befand sich eine große Menge Kupfer.
Was wollte Jan Matz mit dem ganzen Kupfer? Und da er das nicht alleine aus dem Wrack rausholen konnte, stellt sich die Frage: Wer hat ihm dabei geholfen und was ist ihm letztendlich zum Verhängnis geworden?
Dieser Frage geht Liewe Cupido auf den Grund und als er dem Täter immer näher kommt, entwickelt sich der Fall so, dass Väter und Söhne der betroffenen Familien versuchen, einander zu beschützen, und das bis zum Äußersten.

Verweis auf den 1. Fall:
„Der Holländer“
Rowohlt Verlag
14 €, 9783499011672

Nina George: Das Bücherschiff des Monsieur Perdu

Der Buchhändler Jean Perdu zog vor vier Jahren mit seiner Frau Catherine in die Provence und verließ sein geliebtes Bücherschiff „Pharmacie Littéraire. Eine Sache lässt ihm aber keine Ruhe und zwar hat der Schriftsteller Jose Saramago eine letzte Bitte an ihn ausgesprochen und die führt ihn wieder dahin wo sein Herz wirklich hingehört und zwar zu den Büchern und der Aufgabe Menschen über Bücher zusammenzubringen.
Er entschließt sich mit dem Schwiegersohn Max Jordan das Bücherschiff wieder zu reaktivieren und von der Provence nach Paris zu reisen.
Und diese Reise wird Jean Perdu nie in seinem Leben mehr vergessen.
Und dieses Buch werde ich auch nicht mehr vergessen, denn jeder, der Bücher und Literatur liebt, wird sich in diesem Buch wiederfinden. Es gibt zu allen Kapiteln einen Auszug aus der großen Enzyklopädie der Kleinen Gefühle -
Nachschlagewerk für Buchhändler/-innen und andere literarische Pharmazeuten von A-Z

Bernhard Jaumann: Banksy und der blinde Fleck

Die Kunstdetektei von Schleewitz steht vor einem rätselhaften Fall.
Jemand hat auf verschiedenen Plätzen Rattenbilder gesprayt und zwar im Stil des berühmten Künstlers Banksy. Könnte es sein, dass der echte Banksy sich in München aufhält und sein Unwesen treibt?
Oder versucht jemand, ihn zu kopieren um so Aufmerksamkeit zu erregen?
In diesem Wirrwarr um Banksy und seine Bilder versucht die Kunstdetektei Licht ins Dunkel zu bringen. Kommt sie tatsächlich auf die Spur des echten Banksy oder sitzt sie einem Trittbrettfahrer auf?
Ein künstlerischer und clever eingefädelter Kriminalroman, den ich sehr empfehlen kann.

Rachel Elliott: Flamingo

Daniel Berry ist der Hauptprotagonist in dieser skurrilen und herzerwärmenden Geschichte. Eines Morgens verliert Daniel plötzlich alles, was sein Leben bis dahin ausgemacht hatte: Seine Verlobte verlässt ihn und er bekommt die fristlose Kündigung.
Mit nichts steht er allein auf der Straße.
Mit nichts? Nicht ganz. Er hat ein kleines Keramikschaf dabei und auf einem Vorstadtrasen in Norfolk entdeckt er drei Flamingos, die in ihm schöne Erinnerungen an eine glückliche Vergangenheit wecken.
Diese Vergangenheit verbindet seine Kindheit mit Mama Eve und der Nachbarsfamilie, mit denen sie eine schöne Zeit verbrachten. Was man allerdings noch nicht ahnt: Es braut sich etwas zusammen, das diese glücklichen Erinnerungen auf eine harte Probe stellen wird. Es betrifft die Mütter der beiden Familien. Ein Buch, das ich aufgrund der herzerwärmenden Charaktere darin sehr empfehlen kann.

Farina Eden: Geteiltes Land

Wir schreiben das Jahr 1961. Die Geschichte spielt in Ostberlin und es dreht sich um folgende Familie in diesem Buch:
Lotte, ihre Schwester Elise und die beiden Kinder Gesine und Sonja.
Sonja leidet darunter, dass der Vater nicht bei der Familie ist. Sie möchte unbedingt zu ihm nach Westberlin. Sie scheut auch nicht vor einem Gedicht in der Schule zurück, das die DDR in Misskredit bringt. Und da muss Tante Elise behilflich sein. Sie hat etwas mit dem Direktor an der Schule laufen und versucht so, das Schlimmste für Sonja abzuwenden. Diese Gemengelage wird noch komplizierter, als Elise einen Mann namens Kuno kennenlernt und sich in diesen Mann verliebt. Doch Kuno entpuppt sich als Spitzel, der zur Geschichte "Sonja" mehr wissen möchte. Eine heikle Angelegenheit für Elise. Sie möchte Kuno glücklich machen, gleichzeitig aber nicht ihre Familie verraten. Kommt sie aus diesem Dilemma heraus?

Die 19-jährige Gesine hingegen hat im Moment schönere Gedanken. Sie hat sich in Peter verliebt, der aus Westberlin kommt. Das Paar verbringt so viel Zeit wie möglich miteinander und im Überschwang der Verliebtheit wird Gesine von Peter schwanger.
Die Hauptprotagonisten ahnen nicht, dass sich in Berlin etwas Einschneidendes anbahnt, das die Stadt trennen wird. und damit auch die Beziehung zum Freund bzw. zum Vater.
Der Preis ist weit mehr als nur die Freiheit.

Lioba Werrelmann: Tod in Siebenbürgen

In diesem beschaulichen Kriminalroman wird der erfolgreiche Investigativjournalist Paul Schwartzmüller mit der Vergangenheit konfrontiert. Seine Wurzeln liegen in Rumänien und er macht sich auf den Weg nach Siebenbürgen, um das Erbe seiner verstorbenen Tante anzutreten. Das Erbe beinhaltet einen Bauernhof, der in einem ziemlich maroden Zustand ist. Er möchte diesen Bauernhof schnell loswerden, doch dieses Unterfangen wird zu einem komplizierten Akt. Die mysteriöse wie anziehende Maia, die auf dem Bauernhof lebt, ist gar nicht gut auf Paul zu sprechen und auch sonst schlägt ihm wenig Begeisterung entgegen. Einzig Sorin, Pauls Freund aus Kindheitstagen empfängt ihn herzlich.

Und dieser wird zum Hauptverdächtigen, als auf dem sagenumwobenen Dracula-Schloss ein Tourist tot aufgefunden wird. Paul stellt selbst Ermittlungen an. Er wird dabei mit seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Ein spektakulärer Mord, ein kauziger Ermittler und ein Land, das viele Überraschungen bereithält.

Peter Stamm: In einer dunkelblauen Stunde

In diesem wunderbaren Roman geht es um das Leben des bekannten Schweizer Schriftstellers Richard Wechsler. Es soll ein Dokumentarfilm über ihn entstehen.
Doch dieses Projekt gestaltet sich schwieriger als gedacht. Wechsler taucht zu den vereinbarten Terminen nicht auf und der Film droht zu scheitern.
Doch was die Regisseurin Andrea noch nicht ahnt: Diese Geschichte wird Andrea trotz des schwierigen Starts nicht mehr loslassen. Sie begibt sich auf Spurensuche und wird fündig in den Büchern von ihm. Dort gibt es einen kleinen Hinweis auf eine alte Jugendliebe, die heute noch dort leben könnte. Ein Buch über eine spannende Persönlichkeit mit vielen überraschenden Facetten.

Dorota Maslowsky: Bowie in Warschau

David Bowie steigt in Warschau aus dem Zug. Wir schreiben Mai 1973. Die Poplegende betritt einen Buchladen und kauft Platten mit polnischer Volksmusik, die ihn später zum Song «Warszawa» inspirieren. Mit dieser wahren Begebenheit beginnt Dorota Maslowskas Roman, in dem auf vergnügliche Weise Pop und Sozialismus zusammenkommen. Bowie bringt in Warschau gleich eine ganze Lawine an Verwechslungen und skurrilen Verwicklungen ins Rollen: Der Inhaber der Buchhandlung, selbst verhinderter Schriftsteller, glaubt, in Bowie seinen Erzfeind, den Erfolgsautor Krempinski, zu erkennen. Der sensible Polizist Kretek hält den jungen Mann mit der Haartolle für den «Damenwürger», der gerade die ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Und mittendrin die Buchhändlergehilfin Regina. Sie ist frisch von der Uni verwiesen, rebelliert gegen ihre Mutter und versucht ihren wurstfingrigen Verehrer loszuwerden und stürzt sich fast in die Weichsel. Alle schlagen sich mit verdrängten und offenen Begierden, Neid und Ausbruchsfantasien herum - bis David Bowie auftaucht und alles auf eine komische Katastrophe zusteuert.
Ein wunderbar komisches und humorvolles Buch mit interessanten und trickreichen Wendungen.

Natascha Bub: Ein Bild von einer Frau

Die Handlung dieses wunderbaren Romans beruht auf einer wahren Begebenheit. Eine Journalistin wird durch einen besonderen Schnappschuss von Greta Garbo weltberühmt. Sie hat daraufhin ein großes Ziel: Ihr soll es gelingen, von Ernest Hemingway ebenfalls einen besonderen Schnappschuss hinzukriegen. Sie reist dafür nach Kuba, um Ernest Hemingway in seiner Heimat zu besuchen.
Dieser Trip löst allerdings eine Achterbahn der Gefühle bei ihr aus und es wird schwieriger, als sie sich das vorgestellt hat. Wird es ihr trotzdem gelingen?
Freuen Sie sich auf ein spannendes Katz- und Mausspiel zwischen den beiden.

Alex Beer: Felix Blom - Der Häftling aus Moabit

In diesem clever und spannend eingefädelten Kriminalroman versucht Felix Blom nach seiner dreijährigen Haftstrafe in Moabit wieder auf die Beine zu kommen. Er kommt in einer Detektei unter, die von einer Frau geführt wird. Und der erste Fall hat es gleich in sich. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und jedes Opfer hat kurz vor seinem Tod eine Botschaft bekommen. Sie lautet:
„In 30 Stunden musst du eine Leiche sein“. Was treibt den Täter zu diesen Taten und warum?
Ein Buch für alle, die gern Volker Kutscher lesen - sie werden Alex Beer mit der neuen Reihe lieben.

Laura Imai Messina: Die Telefonzelle am Ende der Welt

Dieses Buch erzählt die besondere Geschichte einer Telefonzelle, die es wirklich gibt. Sie steht in Japan am Hang des Kujirayama.
Angehörige, die ihre geliebten Menschen durch den Tod verloren haben, können in dieser Telefonzelle anrufen, dabei ihre Gedanken und Gefühle teilen, die dort einen wunderbaren Platz finden.
So kommt auch die junge Radiomoderatorin Yui an diesen Ort, da sie 2011 im Tsunami ihre Mutter und ihre kleine Tochter verloren hat und lernt den Arzt Takeshi kennen. Sie nähern sich an und aus einer anfänglichen Freundschaft wird Liebe und sie schöpfen neuen Mut.

Ein besonderes Buch und eine wunderbare Empfehlung von Alexander Schuster!

Ralf Langroth: Die Akte Adenauer

Im März 1945 ist Philipp Gerber, Anfang 30 mit anderen als Angehöriger des militärischen Geheimdienstes CIC (Counter Inteligence Corps) unterwegs, um jemanden aus einem Bunker zu holen. Dieser Mann möchte aber folgen, und so sagt Philipp Gerber folgendes: „So leicht können Sie sich nicht entziehen. Deutschland braucht Sie in dieser schweren Stunde, Herr Dr. Adenauer“

Acht Jahre später:
Das Rheinland wird zu einem Kessel der Weltmächte.
Das BKA entsteht und Philipp Gerber wird zum Kriminalkommisar im BKA berufen. Und der erste Fall wird schon zu einer Bewährungsprobe, denn er muss den Mordfall an seinem Vorgänger aufklären. Dabei begegnet er der jungen Frau Eva Herden, die als Journalistin einer Zeitung gegen gewisse politische Richtungen des Kanzlers steht und das auch kund tut. Sie tun sich zusammen, um die Hintergründe aufzuklären.
Als weitere Morde und Anschläge geschehen verdichten sich die Anzeichen, dass es eine Organisation gibt, die sich „Wölfe Deutschlands“ nennt und sie den Plan verfolgen einen ranghohen Politiker der gegnerischen Partei des Kanzlers Adenauer auszuschalten. Als das in die Kreise des Kanzlers kommt, wird Gerber von Adenauer höchstpersönlich mit der Bitte betraut diese Person zu schützen. Und er tut es mit Nachdruck, denn er sagt: „So leicht können Sie sich nicht entziehen. Deutschland braucht Sie in dieser schweren Stunde, Herr Gerber“.

Es ist der Auftakt der Philipp Gerber-Reihe, die politische Ereignisse des Nachkriegsdeutschlands bis in die heutige Zeit mit ihren ungeklärten Ereignissen in den Mittelpunkt stellt.
Ein mitreißender, spannender und unglaublich tiefgehender Politthriller, der sehr zu empfehlen ist!

Chen Jiatong: White Fox (Band 1) - Der Ruf des Mondsteins

Der Auftakt einer spannenden, liebevollen, ans Herz gehenden Tierfantasy.

Dilah, ein Polarfuchs, hat den sehnlichen Wunsch ein Mensch zu werden. Als ein Jäger Dilahs Eltern tötet, bekommt Dilah, als seine Mutter stirbt, ein besonderes Vermächtnis geschenkt: ein Mondstein. Dieser weist Dilah den Weg und der könnte seinen Wunsch in Erfüllung gehen lassen. Doch er muss sich vor kaltblütigen Menschen in Acht nehmen. Die Natur ist aber auch unberechenbar und es gibt feindliche Clans, die es auf Dilah abgesehen haben und an diesen Mondstein möchten. Ein Geheimnis, das es mit dem Leben zu beschützen gilt.

Kira Gembri: Die Schule der Wunderdinge (1). Hokus Pokus Kerzenständer

Der Auftakt einer neuen magischen Kinderbuch-Reihe.

Tilly Bohnenstängel kommt neu auf eine Schule, die sich allerdings bald als keine gewöhnliche Schule herausstellen sollte. Denn es ist die Schule der Wunderdinge und Tilly kann auch in diesem Kreis aufgenommen werden, wenn es ihr gelingt einen magischen Gegenstand zu beschützen. Als sie einen Kerzenständer als Gegenstand bekommt, hält sich die Freude in Grenzen.
Kaum fängt sie an, sich langsam an diesen Kerzenständer zu gewöhnen, kommt es zur Katastrophe. Der Kerzenständer verschwindet spurlos und der einzige Hinweis, den Tilly und ihre Freunde Pip und Nico haben ist ein rauchige SOS!

Lisa Graf: Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben

ie Saga um den legendären Aufstieg des Feinkostladens Dallmayr beinhaltet sehr viel mehr als nur den berühmten Kaffee.
Dieser Feinkostladen bot und bietet auch heute noch sehr viel mehr. Das zeigt schon der Auftakt dieser vielversprechenden Saga.

Wir schreiben das Jahr 1897. Anton und Therese Randlkofer führen einen sehr gut laufenden Feinkostladen in der Dienerstraße in München. Es gehen die Gutsituierten ein und aus, probieren qualitativ erlesene Pralinen, honigsüße Früchte und nicht zu vergessen den exquisiten Kaffee vom Dallmayr. Jeder möchte dort gerne Kunde sein.
Doch dieser glanzvolle Schein und Aufstieg dieses Imperiums droht ein Ende.

Anton Randlkofer stirbt plötzlich und unerwartet an einer schweren Krankheit. Therese muss versuchen Dallmayr auf Erfolgskurs zu halten. Doch es gibt Leute, die ihr das Imperium abspenstig machen wollen. Da haben wir den Bruder Max, der es nicht akzeptieren will, dass er nicht berücksichtigt worden ist und als ob das nicht schon herausfordernd genug wäre, gibt es da ein Familiengeheimnis, welches die Situation nicht einfacher macht.
Es geht um Balbina, die Haushälterin in der Familie und Anton hatte dort eine gewichtige Rolle dabei. Und die Sorge wegen des Geheimnis in Bezug auf Balbina ist berechtigt, denn Hermann, ihr Sohn, der ein wichtiger Bestandteil des Dallmayr ist und Balbina sind sehr vertraut miteinander.

Warum versucht Therese das um jeden Preis zu verhindern und kann es gelingen das Imperium Dallmayr weiter so laufen zu lassen, wie sie sich das vorstellt?

Ein Buch, das viel Zündstoff verspricht und eine absolut lohnenswerte
Empfehlung ist.

Hendrikje Balsmeyer, Peter Maffay: Anouk, die nachts auf Reisen geht (Anouk 1)

In diesem wunderschönen Kinderbuch von Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer, illustriert von Joelle Tournolias haben wir 7 spannende Geschichten.
Anouk ist ein Mädchen, das absolut liebenswert und hilfsbereit ist.
Es gibt aber eine Sache, die sie gar nicht mag, nämlich „schlafen gehen“. Doch seit kurzem ist das anders, weil sie Nacht für Nacht ein Abenteuer erlebt. Ob im Zirkus, im Eis, auf einem Piratenschiff, auf der Bühne oder auf einem Bauernhof.
Sie findet überall Freunde und hilft ihnen dabei Probleme zu lösen. Gilt es Ängste zu überwinden oder Lampenfieber zu bekämpfen, immer hat Anouk eine Idee.
Als sie diese Erlebnisse jeweils am darauffolgenden Tag ihren Eltern erzählt, kommt immer der Satz: „Das hast du alles nur geträumt“. Aber Anouk weiß, das stimmt nicht und sie hat immer einen kleinen Beweis dafür.
Eine wunderschöne und von Herzen kommende Empfehlung!